Autozüge, auch als Autoverladungen bezeichnet, sind Fahrzeugtransporte per Bahn, die Reisende und ihre Fahrzeuge schnell und effizient von einem Ort zum anderen befördern. Sie stellen eine komfortable Möglichkeit dar, alpine Gebirgsregionen zu überwinden und Passstraßen zu umgehen. Aus diesem Grund gelten die fünf Autoverladungen an den vier Standorten in der Schweiz (Furka, Lötschberg, Simplon und Vereina) als praktische und unkomplizierte Option für die Alpenüberquerung.
In der Regel ist für die Nutzung der Autozüge keine vorherige Reservierung erforderlich. Fahrzeugführer fahren direkt zur Tunneleinfahrt, bezahlen den Fahrpreis oder legen ein bereits im Voraus erworbenes Ticket vor und fahren anschließend auf den Zug. Eine Reservierung ist ausschließlich für die Strecke Lötschberg–Simplon zwischen Kandersteg und Iselle vorgeschrieben.
Zur Nutzung des Autozugs wird das Fahrzeug auf speziell dafür vorgesehenen Verladewagen gefahren, die einen sicheren Transport gewährleisten. Sobald das Fahrzeug positioniert ist, sollte der erste Gang eingelegt bzw. der Parkmodus aktiviert, die Handbremse angezogen und der Motor abgestellt werden.
Grundsätzlich sind die Hinweise auf den Beschilderungen sowie die Anweisungen des Personals zu befolgen. Je nach Strecke können Reisende entweder im Fahrzeug verbleiben oder sich in den Personenwagen des Zuges begeben. Das Verlassen des Fahrzeugs während der Fahrt ist ausschließlich in Notfällen gestattet, weshalb diese Entscheidung vor Fahrtbeginn zu treffen ist. Das Herauswerfen von Zigaretten oder anderen Gegenständen aus den Fenstern ist untersagt.
Für die meisten Autoverladungen können Fahrkarten im Voraus online erworben werden. Stehen bei der Einfahrt mehrere Fahrspuren zur Verfügung und wurde bereits ein Ticket gekauft, kann die Selbstbedienungsspur genutzt werden. Die Ticketverfahren unterscheiden sich je nach Autoverladung:
Bei einigen Strecken kann das Ticket auf das Kennzeichen registriert werden, sodass sich die Schranke bei der Einfahrt automatisch öffnet.
Ist keine automatische Kennzeichenerfassung vorhanden, wird in der Regel ein Ticket mit QR-Code ausgegeben, das beim Zugang gescannt werden muss.
Sofern ein Scannen nicht möglich ist, kann das Ticket dem Personal an der Einfahrt vorgezeigt werden.
Wird das Ticket nicht im Voraus erworben, besteht die Möglichkeit, dieses direkt vor Ort zu kaufen. In diesem Fall kann die Selbstbedienungsspur jedoch nicht genutzt werden. Der Kauf erfolgt entweder an einem besetzten Schalter oder an einem Ticketautomaten.
Die Preise für Autoverladungen variieren je nach Fahrzeugkategorie, Tunnel und Wochentag. Da sich Fahrzeugkategorien und Preisstufen je nach Tunnel unterscheiden, ist es empfehlenswert, sich vorab über die jeweils geltenden Einstufungen zu informieren. Die folgenden Tunnel bieten Autoverladungen an:
Furkatunnel: Diese Autoverladung verläuft vollständig innerhalb der Schweiz und verbindet Realp und Oberwald. Die Abfahrten erfolgen werktags stündlich und am Wochenende alle 30 Minuten. Die Fahrzeit beträgt rund 15 Minuten.
Vereinatunnel: Diese Strecke verbindet Klosters-Selfranga und Sagliains. Tagsüber verkehren die Züge im 30-Minuten-Takt, die Fahrzeit beträgt etwa 18 Minuten.
Lötschbergtunnel: Diese inner-schweizerische Autoverladung verbindet Kandersteg und Goppenstein. Die Abfahrten erfolgen tagsüber alle 30 Minuten, die Fahrt dauert rund 15 Minuten.
Lötschberg–Simplontunnel: Diese Verbindung zwischen der Schweiz und Italien ermöglicht eine direkte Fahrt von Kandersteg nach Iselle. Der Betrieb erfolgt saisonal von April bis Oktober mit ein bis neun Abfahrten pro Woche. Die Fahrzeit beträgt etwa eine Stunde.
Simplontunnel: Diese Autoverladung verbindet Brig mit Iselle di Trasquera in Italien. Die Abfahrten erfolgen im Abstand von 90 Minuten, die Fahrt dauert rund 20 Minuten.
Nein, für Inhaber einer Schweizer Autobahnvignette bestehen keine Ermäßigungen bei Autoverladungen. Auch Bahn- oder Railpässe wie der Interrail-Pass ersetzen kein Ticket für Autozüge. Für jede Autoverladung ist in jedem Fall ein separates und spezifisches Ticket erforderlich.
Die Nutzung von Autoverladungen bietet zahlreiche Vorteile. Insbesondere können sie die Reise erheblich erleichtern, etwa bei gesperrten Passstraßen oder wenn diese bewusst vermieden werden sollen. Autozüge ermöglichen eine schnelle und komfortable Weiterreise und werden von vielen Reisenden zudem als besondere und angenehme Erfahrung beschrieben. Darüber hinaus gelten Autoverladungen als umweltfreundlichere Alternative zur individuellen Alpenüberquerung.
Zu berücksichtigen ist, dass Tunneldurchfahrten teilweise eine längere Dauer haben und die Beleuchtung während der Fahrt ausgeschaltet sein kann. Je nach persönlichem Empfinden können Dunkelheit und Enge Unbehagen, etwa in Form von Klaustrophobie oder Tunnelangst, auslösen. Zwar kann die Innenbeleuchtung des Fahrzeugs eingeschaltet oder eine Taschenlampe genutzt werden, dennoch empfiehlt es sich, diesen Aspekt im Vorfeld zu bedenken. Sind Passstraßen geöffnet und gewünscht, ist die Nutzung von Autoverladungen nicht zwingend erforderlich.
Es empfiehlt sich, vorab die Fahrpläne der Autozüge zu prüfen. Die meisten Verbindungen verkehren von früh morgens bis spät abends, jedoch nicht nachts. In der Nebensaison kann es zu eingeschränkten Fahrplänen kommen.
Darüber hinaus sollte im Vorfeld geprüft werden, ob das eigene Fahrzeug, insbesondere Vans, Wohnmobile oder Fahrzeuge mit Anhänger, den jeweiligen Größenbeschränkungen entspricht. Sämtliches außen angebrachtes Gepäck ist sicher zu befestigen.
Wir wünschen Ihnen eine angenehme Reise in die Schweiz und viel Freude bei Ihrer Erkundungstour durch die eindrucksvolle Natur des Landes. Bitte informieren Sie sich rechtzeitig über die geltenden Mautregelungen. Darüber hinaus steht Ihnen unser Routenplaner zur Verfügung, um Ihre Reise optimal zu planen und die entsprechenden Mautprodukte anzeigen zu lassen. Bei Fragen unterstützen wir Sie selbstverständlich gerne. Kontaktieren Sie uns hierzu jederzeit per E-Mail.