Podyjí-Nationalpark

Zuletzt aktualisiert: 19.02.0026 Lesezeit: 5 Minute(n)

Neben den vielseitigen Wandergebieten Tschechiens gibt es weitere sehenswerte Naturorte im Land. Dazu zählen beispielsweise der Nationalpark Böhmerwald sowie der Nationalpark Podyjí, die Ihnen die Besonderheiten der tschechischen Natur näherbringen. Der Nationalpark Podyjí ist zwar mit 63 Quadratkilometern der kleinste Nationalpark des Landes, jedoch ebenso bedeutsam wie andere Schutzgebiete. Hier können Sie ursprüngliche Flusstäler bewundern und in dicht bewaldeten Gebieten zur Ruhe kommen. Der Nationalpark überzeugt durch seine idyllische Atmosphäre und lädt zu erholsamen Naturerlebnissen ein.

Podyjí-Nationalpark: die wichtigsten Fakten

Der Nationalpark befindet sich an der Grenze zu Österreich im Süden Tschechiens und ist daher gut von Brünn oder Wien aus erreichbar. Die Stadt Brünn liegt nur etwa 70 km vom Nationalpark entfernt. Dadurch können Sie den Park mit dem Auto innerhalb von rund einer Stunde erreichen und einen Städtetrip nach Brünn ideal mit einem Tagesausflug in die Natur verbinden. Die Stadt Wien ist etwas weiter entfernt, jedoch benötigen Sie von dort aus ebenfalls nur ungefähr anderthalb Stunden bis zum kleinsten Nationalpark Tschechiens. Wenn Sie mehrere Tage in der Natur verbringen möchten, eignet sich die Stadt Znojmo besonders gut als Ausgangspunkt. Sie befindet sich direkt am Rand des Nationalparks. Zudem geht der Podyjí-Nationalpark fließend in den Thayatal-Nationalpark über. Gemeinsam bilden beide Schutzgebiete das UNESCO-Biosphärenreservat Podyjí–Thayatal.

Aufgrund der Kriegsgeschichte blieb die Natur entlang der Grenze lange Zeit weitgehend unberührt und wurde sich selbst überlassen. Bis heute können Sie daher die ursprüngliche Schönheit des Gebiets bewundern. Besonders bekannt ist der Podyjí-Nationalpark für seinen artenreichen Trockenrasen sowie die Weinbergslagen. Der Fluss Dyje fließt idyllisch durch die Landschaft und prägt die Uferbereiche mit Felsen, Weinbergen und blühenden Wiesen. Entdecken Sie vielfältige Blumenwiesen und Obstgärten – ein Ort, der sich hervorragend für ruhige und romantische Wanderungen eignet.

Eine einladende Natur

Bei einem Besuch des Nationalparks werden Sie von der Vielfalt an Schmetterlingen und Orchideen beeindruckt sein. Das milde Klima, viele Sonnenstunden und die hohe Schutzstufe des Parks schaffen ideale Bedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Während Ihrer Erkundung können Sie den ausgeschilderten Wanderwegen folgen und dabei seltene Schmetterlinge beobachten. Besonders gut lassen sich diese auf der Fladnitzer Heide (Havranické vřesoviště) entdecken. Ebenfalls bemerkenswert sind die grünen Eidechsen in der Kaidlinger Heide (Kaidanovská step). Wenn Sie die Natur nicht nur tagsüber erleben, sondern auch abends, können Sie mit etwas Glück die Flügelschläge von Fledermäusen hören. Diese leben unter anderem an der Burgruine Nový Hrádek (Neuhäusl). Die Ruine ist jedoch nicht nur nachts sehenswert, sondern auch tagsüber. Sie liegt mitten im Dyje-Tal und bietet Ihnen einen eindrucksvollen Ausblick über den Nationalpark.

Darüber hinaus sollten Sie die blühenden Küchenschellen am Flüsschen Hájský potok nicht verpassen. Diese Pflanzengattung wächst nur an bestimmten Standorten wie mageren und trockenen Wiesen oder in lichten Wäldern. In Mitteleuropa gilt sie als selten und stark gefährdet und steht daher auch in Tschechien unter strengem Naturschutz. Die Küchenschellen blühen im Frühjahr (Ende März bis Mai) und können in dieser Zeit auch im Nationalpark bewundert werden. Neben seltenen Pflanzen können Sie mit etwas Glück auch seltene Tierarten wie den Schwarzstorch oder den Zippammer entdecken. Der Zippammer (Emberiza cia) ist eine seltene Singvogelart, die in Tschechien nahezu ausschließlich in dieser Region vorkommt. Dadurch ist der Nationalpark insbesondere für Vogelbeobachterinnen und Vogelbeobachter sehr attraktiv.

Ein Weinbaugebiet in der Natur

Nicht nur die Natur ist in dieser Region außergewöhnlich, sondern auch die Weinbaugebiete. Denn erstklassige europäische Weinlagen befinden sich nicht nur in den Tälern von Rhein und Rhône, sondern auch im Dyje-Tal. Dieses Tal ist Teil des Podyjí-Nationalparks und bekannt für hochwertige Weine. Besuchen Sie den Weinberg Šobes, der aufgrund seiner sonnigen, windgeschützten Südhanglage zu den zehn besten Weinbaugebieten Europas zählen soll. Darüber hinaus können Sie das Tal über verschiedene Lehrpfade näher kennenlernen. Neben Wanderungen bietet sich auch Klettern an: Besteigen Sie den Rabenfelsen (Vraní skála) und erleben Sie den Nationalpark aus einer neuen Perspektive. In den warmen Sommermonaten eignet sich außerdem das Fahrrad, um die Natur zu erkunden und den ausgeschilderten Radwegen zu folgen. Abschließend bietet sich eine Verkostung der regionalen Weißweine an.

Beste Reisezeit

Je nachdem, welche Schwerpunkte Sie bei Ihrem Besuch setzen möchten, variiert auch die ideale Reisezeit für den Podyjí-Nationalpark. Wenn Sie sich für seltene Pflanzen interessieren und insbesondere Orchideen oder Küchenschellen in ihrer Blütezeit erleben möchten, empfiehlt sich ein Besuch im Frühling. Möchten Sie die Weinberge erkunden und sich für Schmetterlinge begeistern, ist der Sommer besonders geeignet. Der Herbst beeindruckt mit farbenfrohen Wäldern entlang der Lehrpfade. Im Winter wiederum können Sie Vögel beobachten und die besondere Ruhe des Nationalparks genießen.

Das Europamaut-Team wünscht Ihnen eine schöne Reise!

Unabhängig von der Jahreszeit bietet der Podyjí-Nationalpark Ruhe, Abwechslung und ein unvergessliches Naturerlebnis. Wir wünschen Ihnen eine schöne Reise nach Tschechien und viel Freude bei Ihrer Erkundungstour im Nationalpark Podyjí. Bitte vergessen Sie nicht, sich vorab über die Mautregelungen Tschechiens zu informieren. Informationen zur Maut finden Sie in unserem Ratgeber. Gern können Sie auch unseren Routenplaner nutzen, um Ihre Reise besser zu planen und passende Mautprodukte anzeigen zu lassen. Sollten Sie Fragen haben, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail.

Michelle Albrecht
Hallo, ich bin Michelle und schreibe für mein Leben gern. Als Texterin habe ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht! Natürlich lasse ich meiner Kreativität auch in meinen eigenen Büchern freien Lauf. Seit ich ein halbes Jahr in Australien gelebt habe, ist meine Reiselust noch größer geworden (und ich hätte nie gedacht, dass das noch möglich ist). Umso mehr freue ich mich, meinen Leserinnen und Lesern Tipps für ihre zukünftigen Abenteuer zu geben!